1. Wem gehört die Zukunft?

    Ein müdes Jahr 2013 gehört der Vergangenheit an, ein neues Jahr steht bevor. Jahreswechsel sind immer wieder Anlass, um Bilanz zu ziehen. Wir fragen, was war uns im vergangenen Jahr wichtig, und stellen dann ganz nüchtern fest, dass nur das in unserem Gedächtnis haften bleibt, was uns in den vergangenen Monaten nachdenklich stimmte, unsere Gemüter erhitzte und uns in Staunen versetzte.

    „Das Vergangene erhellt das Gegenwärtige, und das Heute prägt das Morgen“, meint der heilige Augustinus, worauf der Philosoph Wittgenstein fragt: „Wohin geht die Gegenwart, wenn sie Vergangenheit wird?“ Hierauf kommt der französische Humorist Pierre Dac zum Schluss: „L’avenir, c’est du passé en préparation.“

    Es lebe also die Vergangenheit, doch wagen wir auch einen Blick in die Zukunft! Was wird uns 2014 bringen? Wem gehört die Zukunft? Eines hat uns die Vergangenheit gelehrt, und die Zukunft wird es bestätigen: Das Wettrennen um die Macht hat niemals ein Ende. Als Großbritannien im 19. Jahrhundert an die Aura anknüpfte, die sich Frankreich im „Siècle des Lumières“ zugelegt hatte, konnte sich noch keiner ausmalen, dass Amerika einmal das 20. Jahrhundert und China das 21. Jahrhundert dominieren wird.

    Doch nicht nur China, auch Brasilien, Russland, Indien und Südafrika stehen derzeit in den Startlöchern. Die aufstrebenden BRICS-Staaten werden 2014 ganz sicher einige Schlagzeilen schreiben.

    So wird im russischen Sotschi Wladimir Putin im Februar die bisher teuersten olympischen Winterspiele der Geschichte eröffnen, bevor er dann im Juni ebenfalls am Schwarzen Meer dem G8-Gipfel vorstehen wird. Diese olympischen Spiele werden ganz klar zu einem Monument der Korruption und zu einer Bühne für alle möglichen Protestbewegungen gegen Russlands menschenverachtende Politik. Und der olympische Frieden? Die Chancen sind gering, dass der Kreml-Chef bis Februar eine friedliche Lösung des Syrien-Konflikts herbeiführen kann.

    In Brasilien wünscht sich unterdessen Präsidentin Dilma Rousseff, dass sie bei der Fußball-WM im eigenen Land nicht von ihren Landsleuten verhöhnt wird. Wird die Selecão das Endspiel im Juni erreichen? Die Präsidentin hat noch einen weiteren wichtigen Termin 2014. Im Oktober finden Präsidentschaftswahlen statt.

    Wählen wird man aber auch in Südafrika und in Indien, der größten Demokratie der Welt. 800 Millionen Menschen werden auf dem Subkontinent ihre Stimme abgeben, darunter 150 Millionen Erstwähler. Es wird dies die größte Wahl der Welt sein. Zur Europawahl im Mai schreiten „nur“ 375 Millionen Europäer.

    Was wünschen für 2014? Das Wichtigste überhaupt: Frieden. Frieden zwischen den Menschen, den Nationen, den Generationen, den Geschlechtern! Alles Gute für 2014!